Die Besitzer

Der Bauherr des prachtvollen Fachwerkhauses an der Bierstraße 24 war Gerdt Heindrich Meuschen, er entstammte einer alten Osnabrücker Bürgerfamilie.

Einer seiner Urahnen war der Ratsapotheker Bartholomäus Moseken, der Besitzer der Hirschapotheke, der 1545 seine Konzession erhielt. Später ging die Apotheke an dessen ältesten Sohn Michael über. Damals wurden Pillen, Pflaster, Salben und Tees noch von Hand frisch zubereitet.

Gerdt Heindrich Meuschen wurde als Sohn des Kaufmanns Christian Meuschen und seiner Ehefrau Catharina, in Osnabrück geborene Grave. Diese war eine Tochter des ersten Predigers an St. Marien Gerhard Grave (Sohn des Bürger- meisters Konrad Grave), der sich mit Vehemenz gegen die seit 1636 unter Bürgermeister Dr. Pelzer wieder auflebenden Hexenprozesse gewandt hatte, insbesondere gegen die Hexenprobe in der Hase: denn es sei Abgötterei, das Wasser zum Richter zu machen.

Gerdt Heindrich Meuschens Ehefrau Susanne Gertraud von Lengerken entstammte einer bekannten Adelsfamilie des Osnabrücker Landes, die in der Stadt Osnabrück einige Ratsherren, Kirchenräte, Gildemeister, Kaufleute und Juristen stellte. Sie war die Tochter des Kaufmanns Ameling von Lengerken und seiner Ehefrau Maria von Gülich, deren Vater der Ratsherr Franz von Gülich war.

Fünfzig Jahre befand sich das Haus an der Bierstraße 24 im Besitz der Familie von Gerdt Heindrich und Susanne Gertraud Meuschen. Dann ging es an deren Tochter Regina Gertrud über, die den Weinhändler Johann Gerhard Wetter heiratete. Deren Tochter Susanna Elisabeth wiederum vermählte sich mit dem Weinhändler Johann Jakob Jäger.

Im Jahre 1740 übernahm dann ein naher Verwandter, Christian Jäger, die Weinhandlung und richtete im Hause Bierstraße 24 eine Weinprobierstube ein. Dort versammelten sich zum „Dämmerschoppen" die Dom- und Ratsherren, mit ihnen auch Justus Möser. Der 1720 im nahen Hause Markt 26 geborene Justus Möser war Bistumsverwalter für den noch minderjährigen Friedrich von York, den letzten evange-lischen Osnabrücker Fürstbischof. Darüber hinaus war Möser Herausgeber der „Wöchentlichen Osnabrückischen Anzeigen“ und Verfasser einer ersten deutschen Sozial- und Verfassungs- geschichte. Die von seiner Tochter Jenny von Voigts herausgegebenen „Patriotischen Phantasien, kluge Einzelaufsätze Mösers über Volkswirtschaft, Handel, Handwerk, Landwirtschaft, Geldwesen, Rechtspflege und politische Verfassung, begeisterten selbst den Dichterfürsten Goethe.

Die jüngste Tochter Christian Jägers Marie Gertrud führte mit ihrem Ehemann, dem Weinhändler Justus Wilhelm Tenge, den väterlichen Betrieb weiter, auch ihre beiden älteren Schwestern blieben der Branche treu, indem sie die Osnabrücker Weinhändler Knille und Lange heirateten.Nach dem Tode von Marie Gertrud Tenge wurde das Haus an der Bierstraße im Jahre 1846 an den Gastwirt Louis Meese aus Ibbenbüren (an ihn erinnerte lange Zeit die Meesenburg auf dem Gertrudenberg) verkauft. Doch schon 1859 verkaufte Meese das Anwesen an den Gastwirt Johann August Dingerdissen, der es bis zum Jahr 1876 bewirtschaftete.

Neue Eigentümer wurden dann die Eheleute Karl Heinrich und Margarete Grabe aus Isselhorst bei Gütersloh. Unter ihnen erlebte das „Walhalla" eine Blütezeit. Von 1898 bis 1932 führte Wilhelm Grabe mit seiner Ehefrau Anna den elterlichen Betrieb weiter. Nach dem Tode ihres Mannes 1932 übernahm Anna Grabe die Leitung des Hauses.

1938 wurden dann Hotel und Restaurant an Erich Heibrock aus Bielefeld und dessen Ehefrau Erna, geborene Ollerdissen, verpachtet. Diese erweiterten nicht nur den Betrieb und gaben dem Lortzingzimmer neues stilvolles Gepräge, sie mehrten auch den guten Ruf des „Walhalla" - und das, obwohl sich in der Notzeit des Zweiten Weltkriegs die Betreuung der Gäste immer schwieriger gestaltete.

Bis zum Jahre 1971 war Frau Generotsky, eine Verwandte von Wilhelm Grabe, Besitzerin von Haus und Hotel an der Bierstraße. 1972 folgte Klaus Brink.

Im Jahre 1985 erwarb der Kaufmann Günter David die Häuser an der Bierstraße 24 und an der Kleinen Gildewart 12, ein ursprünglicher Schuppen des Hauses an der Bierstraße.

1993 übernahm Günter Davids Tochter Tanja, nach ihrer Ausbildung zur Hotelbetriebswirtin, die aktive Geschäftsführung des „Walhalla". Ihre Lehrjahre führten sie unter anderem in die Steigenberger-Hotels nach Bonn und Berlin.

Seit 1995 leiten Eheleute Tanja und Andreas Bernard zusammen das Hotel Walhalla. Andreas Bernard erhielt seine Grundausbildung im renommierten Hamburger Hotel „Vier Jahreszeiten". Weitere Wegstationen des erfolgreichen Hotelbetriebswirts waren das „Claridge's" in London, der „Breidenbacher Hof in Düsseldorf, das „Rafael" in München und die „Cornell University" im Staate New York.

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