Berühmtheiten Osnabrücks


Der 1720 im nahen Hause Markt 26 geborene Justus Möser war Bistumsverwalter für den noch minderjährigen Friedrich von York, den letzten evangelischen Osnabrücker Fürstbischof. Darüber hinaus war Möser Herausgeber der „Wöchentlichen Osnabrückischen Anzeigen“ und Verfasser einer 1. deutschen Sozial- und Verfassungsgeschichte.

Die von seiner Tochter Jenny von Voigts herausgegebenen „Patriotischen Phantasien, kluge Einzelaufsätze Mösers über Volkswirtschaft, Handel, Handwerk, Landwirtschaft, Geldwesen, Rechtspflege und politische Verfassung, begeisterten selbst den Dichterfürsten Goethe.

Zu dieser Zeit verkehrte der spätere Opernkomponist Albert Lortzing häufig im Gasthof an der Bierstraße. Auch Direktor Pichler, der Leiter der Schauspielertruppe des Detmolder Hoftheaters, die in Osnabrücks „Musentempel" gastierte, nahm hier Quartier.

Das Stadttheater an der Großen Gildewart 7, auf dem Gelände des heutigen „Hauses der Jugend", wurde 1819 feierlich eröffnet. Bühne und Zuschauerraum waren beengt, es gab aber schon Logen, Parkett, 1. und 2. Rang sowie eine Stehgalerie.

Öl- und Petroleumlampen erleuchteten den Innenraum, den im Winter eiserne Öfen erwärmten. Das Dach war undicht. Die Schauspieler und Schauspielerinnen mussten sich oft nassregnen lassen, und die Zuschauer schützten sich durch Regenschirme. Bespielt wurde das Theater zunächst von der Spielertruppe des Detmolder Hoftheaters unter der Leitung von August Pichler (1819-1849), der andere Theatergesellschaften folgten.

Das schlichte Theater an der Großen Gildewart hat dennoch manche „Sternstunde" erlebt. 1827 bis 1833 gastierte hier Albert Lortzing als Schauspieler, Sänger und Musiker. 1832 wurde hier sein Singspiel „Der Pole und sein Kind" uraufgeführt. Die berühmte Sopranistin Wilhelmine Schröder-Devrient (1804 -1860) gab hier ein Debüt.

Ein gern gesehener Gast an der Bierstraße war auch Pastor Justus Wilhelm Lyra, ein Enkel der Besitzerfamilie Tenge und Komponist des berühmten Mailiedes.

Justus Wilhelm Lyra, am 23. März 1822 im Hause Hasestraße 55 geboren, zunächst Hauslehrer, später Pastor, komponierte zahlreiche Kammer-, Kirchen- und Volkslieder. Von ihm stammen u.a. eine Weihnachtskantate nach Worten von Matthias Claudius und die Weise zu Uhlands Gedicht „Der gute Kamerad".

Allgemein bekannt wurde Lyra jedoch durch seine Melodie zu Geibels Gedicht „Der Mai ist gekommen", ein Lied, das all jährlich in der Nacht zum 1. Mai von Männerchören und sangesfreudigen Bürgern und Bürgerinnen der Stadt vielhundertfach am Lyrastein im Osnabrücker Schloßgarten erklingt.

Um 1900 weilten die Schriftsteller Hermann Löns und Erich Maria Remarque im „Walhalla" zu Gast. In Löns' Stadtbeschreibung „Hannoversch oder westfälisch" (1899) lesen wir:

„Der alte stolze Bürgersinn, der eine Ehre darin suchte,
das Haus zu einem Schmuck der Stadt zu machen, zeigte sich überall.

Walhalla heißt eine alte, gemütliche Wirtschaft, und das Haus
in dem sie ist, ist ein wahres Prachtstück mit seiner bunten Schnitzerei."
 

In seinem Roman „Der schwarze Obelisk" gibt der in Osnabrück geborene weltberühmte Schriftsteller Erich Maria Remarque ein anschauliches Bild der „Dichterklause" des Hotels:

„Die Dichterklause im Hotel Walhalla ist ein kleiner getäfelter Raum.
Eine Büste Goethes steht auf einem Regal mit Büchern,
Photographien und Stiche von deutschen Klassikern,
Romantikern und ein paar modernen Schriftstellern hängen herum.

Die Klause ist der Versammlungsort für den Dichterklub und
die geistige Elite der Stadt. Jede Woche ist eine Sitzung.

Selbst der Redakteur des Tageblattes erscheint ab und zu
und wird offen umschmeichelt und geheim gehasst,
je nachdem, ob er Beiträge angenommen oder abgelehnt hat."

 

Osnabrück ist eine Reise wert, und im „Walhalla" erwartet Sie der durch seine genussreichen Gastmahle bekannte Lukull „höchstpersönlich".

Schon der Schriftsteller Erich Maria Remarque wusste darüber zu schreiben:
 

„Laß uns erstklassig essen gehen...
Gehen wir ins Walhalla"

 
heißt es in seinem Roman „Der schwarze Obelisk".

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